Es ist nicht egal, wie wir geboren werden (M. Odent)!

Die Geburt eines Kindes ist für mich etwas Heiliges und die Begleitung einer werdenden Mutter sollte unseren größten Respekt und Achtsamkeit verdienen - ebenso die Frauen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese große Verantwortung zu übernehmen und Frauen in dieser sensiblen und intensiven Zeit des Lebens zur Seite zu stehen. Wir Hebammen.

Leider sind die gesetzlichen Vergütungsvereinbarungen zur Hebammenhilfe, sowie die Anforderungen, Erwartungen, Entscheidungen, mit der Schwangere und Mütter mittlerweile konfrontiert werden, nicht mehr mit meiner Berufsethik vereinbar.

Bei meiner Arbeit möchte ich mit Herzblut und Ruhe dabei sein, damit eine Vertrauensbasis aufgebaut werden kann. Ich begleite Eltern in der intensivsten und intimsten Zeit ihres Lebens, ich komme bis in die Schlafzimmer, bin da, wenn man am Empfindsamsten ist. Ich behandle und versorge Scheide, Damm, Bauch, Gebärmutter und Brust, sowie die Wunden oder Verletzlichkeit der Seele.

Ich halte mich in Bereitschaft, da man den Zeitpunkt einer Geburt nicht planen kann, oder um da zu sein, wenn unerwartete Probleme auftreten.

Ich möchte ein Neugeborenes mit Achtsamkeit und Sanftheit in dieser Welt begrüßen können und ihm das Gefühl von Geborgenheit vermitteln, wenn ich es in meinen Händen halte.

All dies ist für mich nicht machbar, wenn ich Zeitdruck habe, weil meine Arbeit durchgetaktet ist, weil ich ein gewisses Pensum an Hausbesuchen in kürzester Zeit erfüllen muss, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Eine Hebammenbegleitung in der ersten Zeit der Mutterschaft halte ich im Leben einer Frau für etwas sehr Prägendes, Unvergessliches. Und es sollte etwas sein, an dass du gerne zurückdenkst, dass dich stärkt und dir einen Halt gibt. Auch wenn unsere Gesellschaft diesen einen anderen Wert zuspricht, so muss ich es ihr nicht gleich tun.

 

 

Deshalb plädiere ich für mehr Menschlichkeit und Wertschätzung vor allem an der Basis: nämlich rund um die Geburt eines Menschenkindes.

 

Ab dem 1.6.2018 habe ich mich dazu entschlossen, aus dem Rahmenvertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen auszutreten. Eine Abrechnung über eine private Krankenversicherung ist weiterhin möglich, gesetzlich versicherte Frauen müssen die Kosten meiner Leistungen selbst tragen.

 

Der Grund meines Austritts ist, dass ich die Vergütung der Hebammenbegleitung - wie ich persönlich sie für richtig und wichtig halte- nicht mehr mit vereinbar ist, mit den derzeitigen Lebenserhaltungskosten. Meine Arbeit, effizient zu verändern und auf Kosten der Frauen und Kinder Zeit und Ruhe einzusparen, kommt für mich nicht in Frage.

Ich arbeite weiter mit Liebe und Herzblut, Zeit und Achtsamkeit - jedoch zu meinen eigenen Konditionen.

 

Mammamia!

Isabelle Hiry

 

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Am Jungenwald 41

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